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Heideschnecken

Die Heideschnecken haben ihren Namen von ihrer Vorliebe für trockene offene Habitate, wie Dünen, offene Wiesen und felsige Hügelhänge. An warmen Sommertagen kann man sie oft in großer Zahl an Büschen hängen sehen, wo sie die trockene Tageszeit im Trockenschlaf verbringen. So sind sie unter anderem in großer Zahl an Zäunen und Büschen im östlichen Wiener Stadtgebiet zu finden.


Östliche oder weiße Heideschnecke (Xerolenta obvia) an einem
Maschendrahtzaun in Wien. [RN]
 

Westliche Heideschnecke (Helicella itala) auf einer Verkehrsin-
sel in Mainz. [RN]
 

Charakteristisch für Heideschnecken ist ihr Gehäuse, das auch beim lebenden Tier fast weiß gefärbt ist und meist mehrere dunkle Bänder aufweist.

Die beiden häufigsten Arten in Mitteleuropa sind Helicella itala, die westliche, und Xerolenta obvia, die östliche Heideschnecke ¹). Beide Arten sind sich sehr ähnlich, mit 5 - 6 Umgängen, deren Windungen kaum ansteigen, so dass die Gehäusespitze nur wenig über der abschließenden Windung liegt. Bei beiden Arten ist eine Mündungslippe kaum vorhanden, so dass die Mündung nahezu scharf abschließt, wie bei einer jungen Bänderschnecke.

Im Allgemeinen sind die Bänder ²) von Helicella itala eher von bräunlicher Farbe, wohingegen Xerolenta obvia fast schwarz-weiß gefärbt ist, da auch die Gehäusefarbe meist deutlich heller ist, als bei der westlichen Art.

Beiden Arten gemeinsam ist aber der deutlich erkennbare, weit offene, Nabel, der bei Helicella itala etwa ein Drittel, bei Xerolenta obvia etwa ein Viertel des Schalendurchmessers einnehmen kann.

 
Der weit offene Nabel einer Heideschnecke unterscheidet sie
deutlich von anderen Arten, z.B. einer Bänderschnecke.  [RN]

Wie man der deutschsprachigen Bezeichnung (nach Falkner) der beiden genannten Heideschneckenarten entnehmen kann, unterscheidet sich ihr Verbreitungsgebiet dahingehend, dass die westliche Heideschnecke (Helicella itala) in ganz Westeuropa, im Norden bis ins südliche Skandinavien, im Osten bis nach Mitteldeutschland und bis ins westliche Niederösterreich verbreitet ist.

Die östliche Heideschnecke hingegen von kommt Kleinasien (Türkei) über die östliche und mittlere Balkanhalbinsel und die Karpatenländer bis zur Südküste der Ostsee und bis nach Südostfrankreich vor. Die Westgrenze des Verbreitungsgebietes von Xerolenta obvia liegt etwa an einer Linie zwischen Heidelberg und Lübeck.

Systematik:
Lt. Falkner (1990)

Überfamilie Helicacea (Schnirkelschnecken)
Familie Hygromiidae (Laubschnecken)
Helicella itala (Linnaeus 1758)
Xerolenta obvia (Menke 1828)

 

¹)  Deutschsprachige Bezeichnung nach Falkner (1990). In Kerney et al. (1983) werden diese beiden Arten statt dessen als "Gemeine Heideschnecke" (itala) und "Weiße Heideschnecke" (obvia) bezeichnet. Zurück zum Text.

²) Man bezeichnet eine entlang der Windung verlaufende Zeichnung bei einem Schneckengehäuse als "Bänder", eine quer verlaufende Zeichnung jedoch als "Streifen"! Zurück zum Text.