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Haarschnecken
Laubschnecken (Hygromiidae)
Teil 1
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Laubschnecken (Hygromiidae)
Teil 2
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Laubschnecken (Hygromiidae)
Teil 3
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Hygromiidae in Österreich:
Systematische Aufstellung laut
CLECOM.
Erklärung der
Schalenmerkmale zur Bestimmung.
![]() Gemeine Haarschnecke (Trochulus hispidus). Bild: Robert Nordsieck. |
Anmerkung: Die bislang gebräuchliche Gattungsbezeichnung Trichia Hartmann 1840 kann nicht mehr verwendet werden, da sie durch den älteren Namen einer Gattung von Schleimpilzen (Myxomycetes), Trichia Haller 1768 vorbelegt (präokkupiert) ist. Daher wird auf dieser Homepage, wie auch im wissenschaftlichen Sprachgebrauch, die Gattungsbezeichnung Trochulus Chemnitz 1786 benutzt. Der Gattungsname ist männlich, daher müssen auch die Artnamen entsprechend angepasst werden - Trichia villosa heißt entsprechend Trochulus villosus.
![]() Gemeine Haarschnecke (Trochulus hispidus). Bild: Michal Maňas (Quelle). |
Beschreibung: Die gemeine Haarschnecke besitzt ein gedrücktes Gehäuse, dessen Gewinde jedoch schwach erhoben bis flach-kegelig ist. Die Oberfläche ist fein gestreift und mit kurzen und dichten Haaren besetzt. Die Mündung ist unten abgeflacht und weist eine schwellenartige Lippe auf. Der Nabel ist offen und weit.
Maße: B: 5 - 12 mm; H: 5 - 6 mm; U: 6 - 7.
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Lebensraum und Verbreitung: Die gemeine Haarschnecke tritt in lichten Wäldern auf, an Gebüschen und in Kulturbiotopen, vorzugsweise an Brennnesseln.
Die Art ist in ganz Europa, mit Ausnahme der südlichen Halbinseln, verbreitet.
Anmerkung: Die namengebenden Haare auf den Gehäusen dieser Gattung, die auch z.B. bei jungen Riemenschnecken (Helicodonta) auftreten, dienen nach der Arbeit von Markus Pfenninger et al.: "Why snails have hairs" den Tieren dabei, auf den feuchten Blättern ihrer Futterpflanzen einen besseren Halt zu finden.
Zottige Haarschnecke - Trochulus villosus (Draparnaud 1805)
![]() Zottige Haarschnecke (Trochulus villosus) aus dem Kanton St. Gallen, Schweiz. Bild: © Roland Bodenmann. |
Beschreibung: Die Zottige Haarschnecke hat ein gelblich hellgraues bis rötlich braunes Gehäuse, dessen Oberfläche grob gestreift ist. Im lebenden Zustand ist das Gehäuse mit bis zu 1,5 mm langen Haaren besetzt, die abgestorbene Gehäuse aber verlieren und die auch ganz fehlen können. Die Gehäusespitze ist stumpf und die Oberseite des Gehäuses abgeflacht, aber an den Seiten gerundet. Der letzte Umgang sinkt vor der Mündung etwas ab. Die Mündung des Gehäuses ist gerundet, die Mündungslippe nur schwach ausgebildet. Der Nabel ist weit und tief, er nimmt etwa ein Fünftel des Gehäusedurchmessers ein.
![]() Großaufnahme des Gehäuses einer lebenden Haarschnecke. Besonders gut sichtbar: Die Streifenskulptur des Gehäuses und die langen (1,5 mm) Haare. Bild: © Roland Bodenmann. |
Das Tier selbst ist hell bräunlich mit dunkleren, gräulichen Fühlern.
Maße: H: 6 - 8 mm; B: 11 - 14 mm; U: 5½ - 6.
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Lebensraum und Verbreitung: Die Zottige Haarschnecke lebt an schattigen und feuchten Standorten, in höheren Lagen, meist in Wäldern. Diese Laubschneckenart benötigt viel Feuchtigkeit. Nur in Gebieten mit hohen Niederschlägen kommt sie daher auch an offenen Standorten, z.B. auf Almwiesen, vor.
Trochulus villosus tritt in den nordwestlichen und westlichen Alpen auf, sowie in Südwestdeutschland. Entlang der Flüsse kommt sie auch nördlich der Alpen vor, so zum Beispiel am Rhein bis Mainz und an der Donau bis Dillingen. In den Alpen lebt die Zottige Haarschnecke normalerweise zwischen 500 und 2000 m NN, in der Schweiz kommt sie bis in einer maximalen Höhe von 2400 m NN vor.
Bedrohungssituation: Während die Zottige Haarschnecke in Deutschland allgemein als gering bedroht eingestuft ist, gilt sie in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen als gefährdet.
Systematik: Eine kleinere (7 - 10 mm Durchmesser auf Alpweiden, im Vergleich zu 13 - 15 mm bei der Tieflandform) und kürzer behaarte Unterart, Trochulus villosus alpicola Eder 1921 wurde aus den Westalpen beschrieben. Eine eigene Art kann sie jedoch nicht sein, da im westlichen Verbreitungsgebiet der Zottigen Haarschnecke alle Übergangsformen existieren. Die kleinere Unterart weist auch die selbe Oberflächenskulptur aus welligen Spirallinien (Bild) auf und der Genitalapparat weist große Gemeinsamkeiten auf. Alpine Kleinformen der Art sind aus verschiedenen Teilen des alpinen Verbreitungsgebietes von Trochulus villosus bekannt.
Mollbase:
Trichia (Trichia) villosa (Zottige Haarschnecke).
Francisco Welter-Schultes:
Trochulus villosus species homepage.
Seidenhaarschnecke - Trochulus sericeus (Draparnaud 1801)
![]() Seidenhaarschnecke (Trochulus sericeus) mit Camouflage. Bild: © Stefan Haller, (schneckenfoto.ch). |
Beschreibung: Die Seidenhaarschnecke hat ein rundes Gehäuse, dessen Umgänge gerundeter sind und gröbere Wachstumslinien aufweisen, als die der Gemeinen Haarschnecke (Trochulus hispidus). Die Oberfläche des Gehäuses weist lange gekrümmte Haare auf. Die Mündungslippe ist schwach, nicht wellenförmig und der Nabel ist sehr eng. Die Gehäusegröße und die Länge der Haare sind örtlich sehr verschieden.
Maße: B: 6 - 8,5 mm; H: 4,5 mm; U: 5 - 5½.
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Lebensraum und Verbreitung: Die Seidenhaarschnecke lebt an unterschiedlichen Stellen und sumpfigen bis mäßig feuchten Misch- und Nadelwäldern, ebenso in lichten Wäldern, Buschlandschaften, Schilflandschaften und feuchten bis mäßig trockenen Wiesen, Almwiesen und an Burgruinen. In der Schweiz ist die Art bis in einer Höhe von 2400 m NN. zu finden, kommt allerdings meistens unterhalb von 2000 m NN. vor. Trochulus sericeus ist in den Alpen, mit Ausnahme ihres Ostrandes, in den Pyrenäen, in England und in den westdeutschen Mittelgebirgen verbreitet.
Francisco Welter-Schultes:
Trochulus sericeus species homepage.
Mollbase:
Trichia sericea.
Zahnlose Haarschnecke - Petasina edentula (Draparnaud 1805)
![]() Zahnlose Haarschnecke (Petasina edentula), rechts mit Strauchschnecke (Fruticicola fruticum). |
![]() Bild: Robert Nordsieck. |
Beschreibung: Die Zahnlose Haarschnecke besitzt ein hornfarbenes bis rötlich braunes Gehäuse, dessen Oberfläche fein gestreift ist. Die Form des Gehäuses variiert zwischen flach bis kegelförmig. Bei Jungtieren ist die Oberfläche des Gehäuses dicht behaart, bei ausgewachsenen Tieren können die Haare manchmal ausfallen. Die Umgänge sind eng gewunden, der letzte Umgang ist etwas stärker gekantet. Die schmale, sichelförmige Mündung weist innen eine weiße Lippe auf, die unten leicht verdickt sein kann, aber keinen Zahn aufweist. Der Nabel des Gehäuses (Umbilicus) ist sehr eng.
Petasina edentula ist kleiner als die ähnliche Petasina unidentata, sie unterscheidet sich von dieser durch eine deutlichere Schalenkante, eine engere Mündung und den fehlenden Mündungszahn.
Die Schnecke selbst ist hellbraun, mit einem dunklen Kopf und dunklen Fühlern.
Strauchschnecken (Bradybaenidae):
Mit den Laubschnecken weitläufig verwandt, werden die Strauchschnecken mit ihnen
und den Schnirkelschnecken (Helicidae) zur
Überfamilie der Schnirkelschnecken i. w. S. (Helicoidea) zusammen gefasst.
Maße: H: 4,5 - 5,5 mm; B: 7 - 8 mm; U: 6 - 6½.
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Lebensraum und Verbreitung: Die Zahnlose Haarschnecke lebt zwischen Kräutern und unter Blättern und Steinen in feuchten Bergwäldern mit kalkreichem Untergrund. Üblicherweise kommt Petasina edentula nicht oberhalb der Baumgrenze vor, manchmal ist sie jedoch auch in lichten Wäldern und auf steinigen Almwiesen zu finden. Petasina edentula lebt in Höhen zwischen 300 und 2300 m NN.
Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von den West-Alpen nördlich der Durance und dem Französischen Jura bis zur mittleren Schwäbischen Alb, die Nordalpen und zerstreut durch die Ostalpen südwärts bis zu den Julischen Alpen. Die Zahnlose Haarschnecke kommt kaum im Alpenvorland vor.
Bedrohungssituation: In Deutschland ist die Art als gefährdet, in
Österreich als gering gefährdet eingestuft (
Gefährdungskategorien gemäß Roter
Liste).
Francisco Welter-Schultes:
Trochulus edentulus species homepage.
Fauna Europaea:
Trichia (Edentiella) edentula.
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Laubschnecken (Hygromiidae) Teil 1:
Inkarnatschnecke, Kartäuserschnecken, Heideschnecken.
Fortsetzung:
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Laubschnecken, Wimperschnecke.
![]() Mit Bildern von Stefan Haller: http://www.schneckenfoto.ch. |