Nackte Schnecken mit versteckter Schale: Die Schnegel

Radiointerview im ORF1 Radio, mit freundlicher Genehmigung von Lothar Bodingbauer, ORF.

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Tigerschnegel (Limax maximus) bei der Paarung.
Bild: Martina Eleveld.
Die fünfteilige ORF-Reihe "Nackte Schnecken mit versteckter Schale" stellt die Schnegel als faszinierende, oft übersehene Landweichtiere vor. Beginnend mit ihrer äußeren Gestalt und der Unterscheidung von Wegschnecken werden Anatomie, innere Schalenreste und Anpassungen an das Landleben erläutert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ihrer spektakulären Fortpflanzung sowie ihrer ökologischen Bedeutung als Zersetzer und gelegentliche Räuber im Bodenökosystem. Abschließend werden die Schnegel evolutionsbiologisch und systematisch eingeordnet. Die Reihe zeigt eindrucksvoll, dass diese scheinbar unscheinbaren Tiere hoch spezialisierte und wichtige Bestandteile unserer heimischen Biodiversität sind.

Weiter führende Informationen auf: "Die lebende Welt der Schnegel" auf schnegel.at.

Folge 1: (15.09.2025, 08:55): "Ein besonderes Land-Weichtier": In neuem Fenster abspielen! (MP3).

In der ersten Folge der ORF-Reihe "Nackte Schnecken mit versteckter Schale" stellt der Biologe Robert Nordsieck die Schnegel als besondere heimische Land-Weichtiere vor. Er erklärt die Unterschiede zu Wegschnecken, etwa die schlankere Körperform, den Kiel am Hinterende und die Lage des Atemlochs. Anhand des Schwarzen Schnegels (Limax cinereoniger) und des Tigerschnegels (Limax maximus) beschreibt er typische Merkmale, Lebensräume und Größenunterschiede. Zudem geht es um ihre ökologische Rolle: Schnegel ernähren sich vorwiegend von Pilzen und abgestorbenem Material, können aber auch räuberisch leben und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Nährstoffkreislauf im Boden.

Folge 2: (16.09.2025, 08:55): "Erkenne den Schneck!": In neuem Fenster abspielen! (MP3).

In der zweiten Folge der ORF-Reihe über Schnegel erläutert Robert Nordsieck die Besonderheit dieser "Nacktschnecken mit versteckter Schale" genauer. Obwohl Schnegel äußerlich kein Gehäuse tragen, besitzen sie im Körperinneren eine reduzierte Kalkschale - ein evolutionäres Relikt ihrer gehäusetragenden Vorfahren. Thematisiert werden außerdem Anatomie, Bewegung und Anpassungen an das Landleben. Dabei wird deutlich, dass Schnegel keineswegs "primitive" Schnecken sind, sondern hochspezialisierte Landweichtiere, die in feuchten Lebensräumen bestens angepasst sind und eine eigenständige Entwicklungslinie innerhalb der Lungenschnecken darstellen.

Folge 3: (17.09.2025, 08:55): "Schwarz oder gemustert - die Oberfläche macht den Unterschied.": In neuem Fenster abspielen! (MP3).

In der dritten Folge der ORF-Reihe widmet sich Robert Nordsieck der außergewöhnlichen Fortpflanzung der Schnegel. Als Zwitter besitzen sie sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane, dennoch kommt es bei der Paarung zu einem komplexen, genau abgestimmten Verhalten zweier Partner. Besonders eindrucksvoll ist das sogenannte "Liebesspiel" der Schnegel, bei dem sie sich an einem Schleimfaden von erhöhten Strukturen herablassen und ihre stark verlängerten, oft bläulich schimmernden Geschlechtsorgane austauschen. Dieses Verhalten zählt zu den faszinierendsten Paarungsritualen im Tierreich und verdeutlicht die hohe Spezialisierung dieser scheinbar unscheinbaren Landweichtiere.

Folge 4: (18.09.2025, 08:55): "Mitarbeit im Garten": In neuem Fenster abspielen! (MP3).

In der vierten Folge der ORF-Reihe beleuchtet Robert Nordsieck die Lebensräume und die ökologische Bedeutung der Schnegel. Er beschreibt, wo man ihnen begegnet - etwa in Wäldern, Gärten oder unter Totholz – und erklärt, welche Umweltbedingungen sie bevorzugen. Dabei wird deutlich, dass Schnegel wichtige Akteure im Ökosystem sind: Sie zersetzen organisches Material, fressen Pilze und können sogar andere Schnecken oder deren Eier vertilgen. Ihr nächtliches, feuchtigkeitsgebundenes Verhalten zeigt ihre Anpassung an das Landleben. Die Folge unterstreicht damit die Rolle der Schnegel als nützliche und ökologisch wertvolle Bestandteile unserer heimischen Fauna.

Folge 5: (19.09.2025, 08:55): "Schneckenforschung über mehrere Generationen.": In neuem Fenster abspielen! (MP3).

In der fünften Folge der ORF-Reihe ordnet Robert Nordsieck die Schnegel systematisch und evolutionsbiologisch ein. Er erläutert ihre Stellung innerhalb der Lungenschnecken und geht auf ihre Verwandtschaftsbeziehungen sowie ihre Entwicklungsgeschichte ein. Dabei wird deutlich, dass der Verlust des äußeren Gehäuses keine "Rückentwicklung", sondern eine Anpassung an bestimmte Lebensräume darstellt. Die Folge schließt den Bogen von der äußeren Erscheinung über Anatomie und Fortpflanzung bis hin zur stammesgeschichtlichen Einordnung und zeigt die Schnegel als hoch spezialisierte Vertreter der heimischen Weichtierfauna.

Letzte Änderung: 24.02.2026 (Robert Nordsieck).