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Erstaunliches über Kopffüßer

Cephalopoda Cuvier, 1797

 

Riesensepie (Ascarosepion apama)  
Schillernder Küstenkalmar (Doryteuthis opalescens)  
 
   
Perlboot (Nautilus pompilius)  
 
Eine Breitarm-Sepie (Ascarosepion latimanus) tarnt sich auf dem sandigen Ozeanboden.
Bild: Nick Hobgood (Quelle).
Die Kopffüßer (Cephalopoda) sind nach verschiedenen Kriterien die am höchsten entwickelte Gruppe der Weichtiere (Mollusca). Gemeinsam ist ihnen, wie den meisten Weichtieren, der Besitz eines Kopfes, eines Fußes und eines Eingeweidesackes, der vom Mantel geschützt wird. Jedoch hat sich bei den Kopffüßern der Fuß zu mehreren Armen oder Fangarmen entwickelt, sowie zu dem so genannten Sipho, einem schlauchartigen Fortsatz des Mantelhöhlenausgangs. Daher können sich die meisten Kopffüßer im Wasser schnell fortbewegen, indem sie Wasser durch diesen Sipho ausstoßen und sich durch den Rückstoß schnell davon bewegen. Manche Kalmare können so sogar eine kurze Strecke durch die Luft gleiten.

Ein anderer gebräuchlicher umgangssprachlicher Name für viele Kopffüßer ist "Tintenfische". Natürlich sind Kopffüßer keine Fische, und manche von ihnen haben nicht einmal eine Tintendrüse. Jedoch die eine haben, können eine schwarze Tintenwolke ausstoßen, wenn sie bedroht werden und sich in deren Schutz zurück ziehen.

Eine äußere Schale fehlt den meisten heute lebenden Kopffüßern, mit Ausnahme des Perlboots (Nautilus pompilius), der aufgrund dieser und vieler anderer urtümlicher Eigenschaften als lebendes Fossil betrachtet wird. Aus der Fossiliengeschichte sind jedoch aus vielen Zeitaltern der Erdgeschichte eine große Zahl Schalen tragender Kopffüßer bekannt, wie z.B. die Ammoniten und die Belemniten.

Während es fossile Kopffüßer gibt, die sehr groß geworden sind, sind die meisten rezenten Kopffüßer relativ klein, mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen: Unter den zehnarmigen Kalmaren werden der Riesenkalmar und der Kolosskalmar mehrere Meter groß und mehrere Hundert Kilogramm schwer. Doch obwohl in zahlreichen menschlichen Mythen und Legenden die Rede vom Riesenkraken ist, sind die tatsächlichen heute lebenden Riesenkraken vergleichsweise klein.

Mit fast 1000 bekannten rezenten Arten machen die Kopffüßer nur etwa 1% der rezenten Weichtiere aus. Im Gegensatz zu Schnecken (Gastropoda) und Muscheln (Bivalvia) haben sie im Verlauf ihrer Entwicklungsgeschichte niemals das Meer verlassen. Gerade die Kraken sind dazu allerdings in der Lage, so können sie sich durchaus zwischen Gezeitentümpeln bewegen.

Besonders bemerkenswert ist das hoch entwickelte Nervensystem der Kopffüßer: Neben einem zentralen Gehirn besitzen z.B. Kraken noch weitere, periphere Nervenzentren in ihren acht Armen, so dass diese weitgehend autonom funktionieren können. Sehr hoch entwickelt sind auch die Augen der meisten Kopffüßer: Neben den Lochkamera-Augen der Perlboote haben die meisten rezenten Kopffüßer hoch entwickelte Linsenaugen, die bei den großen Riesenkalmaren und Kolosskalmaren zu den größten Augen des Tierreichs gehören. Viele Kopffüßer können außerdem mit Hilfe von Farbzellen in der Haut, den so genannten Chromatophoren, zielgerichtet ihre Farbe verändern: Ein Umstand, den Kopffüßer verwenden, um sich zu tarnen, aber auch, um miteinander zu kommunizieren oder um Beute zu verwirren.

Für den Menschen haben Kopffüßer schon seit Anbeginn der Geschichte eine große Bedeutung. Viele Arten von Kopffüßern, besonders Kalmare und Kraken, werden als Nahrung gefischt. Kopffüßer werden aber auch studiert, um ihre erstaunlichen Leistungen verstehen zu lernen. Bei Kraken geht man davon aus, dass sie die intelligentesten wirbellosen Tiere sind und zum Beispiel Probleme lösen können. Daher sind sie auch beliebte Insassen zahlreicher Aquarien und Zoos.

Doch nicht alles Interesse des Menschen an Kopffüßern ist wirtschaftlich oder wissenschaftlich. Seitdem Geschichte überliefert wird, sind zahlreiche Legenden über Kopffüßer bekannt. Auch wenn heute viele Legenden dank Forschung und Technik erklärt werden können, gibt es immer noch sehr viel, das der Mensch über Kopffüßer noch nicht weiß.

Es ist das Ziel dieser Homepage, Ihnen diese faszinierende Gruppe näher zubringen und Interesse zu wecken für eine Welt, die sich auch heute noch oft im Verborgenen abspielt.

Auralis und Natural World Facts: Why Octopuses Haven't Taken Over The World... Yet. ( YouTube Video).

 





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Letzte Änderung: 26.05.2026 (Robert Nordsieck).
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