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Fortpflanzung und Entwicklung der Schnecken

Näheres zur Fortpflanzung der Weinbergschnecke
Näheres zum Genitalapparat der Weinbergschnecke

Geschlechter

Während die meisten Vorderkiemerschnecken getrennt geschlechtlich sind, sind sowohl die meereslebenden Hinterkiemer, als auch die Land und Süßwasser bewohnenden Lungenschnecken Zwitter (Hermaphroditen), die sowohl männliche, als auch weibliche Organe in einem gemeinsamen Genitalapparat haben.

Begattung und Befruchtung

Nur bei den altertümlichen Napfschnecken (Patellogastropoda) findet die Befruchtung äußerlich statt. Samen- und Eizellen werden ins Wasser entlassen und die Befruchtung bleibt dem Zufall überlassen.


Weinbergschnecken bei der Paarung. [RN]
 

Bei den meisten höher entwickelten Schnecken findet die Befruchtung innerlich statt. Die zwittrigen Hinterkiemer- und Lungenschnecken können sich dabei wechselseitig begatten.

Eine Selbstbefruchtung ist allerdings meist durch den Verlauf der Entwicklung und Reifung von Samen- und Eizellen ausgeschlossen. Bei den Landlungenschnecken reifen die Samenzellen z.B. erst nach dem Passieren der eigenen Eizellen, d.h. reife Samen- und Eizellen treffen nicht aufeinander. Die Samenzellen werden in einer Spermatophore, einem Samenpaket, mittels des Penis an den Geschlechtspartner übergeben.

Der Vorteil der inneren Befruchtung ist, dass die befruchteten Eier anschließend mit einer nährenden Eihülle umgeben werden können. Diese Eihülle würde eine Befruchtung unmöglich machen, kann daher erst bei befruchteten Ei angelegt werden.

Landschnecken umgeben ihre Eier außerdem mit einer kalkigen Schale, die dem Schutz der Eier gegen Verdunstung und mechanischen Schaden dienen soll. Überdies erhalten die Eier auch eine Schleimschicht als Schutz gegen Pilzbefall.

  Wellhornschnecken legen ihre Eier in eingekapselten Eipaketen ab.

Meeresschnecken hingegen umgeben oft ganze Eipakete mit Eikapseln, um sie zu schützen. Die Eikapseln der Wellhornschnecke (Buccinum undatum) z.B. werden von Fischern oft als Ersatz für Schwamm und Seife benutzt.

Entwicklung


Veliger-Larve einer Meeresschnecke, verglichen mit
einem menschlichen Haar.
Quelle: Aquascope

Meeresschnecken entwickeln sich über ein Larvenstadium, das man wegen seiner segelförmigen Fortsätze als Veliger-Larve (Segelträger) bezeichnet. Zwar sehen die Larven unterschiedlicher Gruppen verschieden aus, können aber auf den selben Bauplan zurück geführt werden. Manche Meeresschneckengruppen haben ein Vorstadium, das der Trochophora-Larve der Annelida (Ringelwürmer) ähnelt. Diese Larvenstadien sind bedingt selbst schwimmfähig, verbreiten sich sonst als plantontische Lebewesen mit der Meeresströmung.
Landlebende Schneckengruppen haben die freilebenden Larvenstadien reduziert. Die Entwicklung zur Jungschnecke läuft hier im Ei ab, aus dem äußerlich voll entwickelte Jungschnecken schlüpfen.

Viviparie

Manche unterschiedlichen Schneckengruppen führen keine Eiablage durch, sondern die Jungschnecken entwickeln sich und schlüpfen im Körper der adulten Tiers und werden als Jungschnecken geboren. Man bezeichnet eine solche Form der Entwicklung als Viviparie, oder im Sonderfall als Ovoviviparie. Beispiele dafür sind die Sumpfdeckelschnecken der Gattung Viviparus oder manche Landschnecken aus der Familie der Schließmundschnecken (Clausiliidae).

Weiterführende Informationen: