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Schnirkelschnecken I: Ariantinae

  Schnirkelschnecken II: Helicinae
Schnirkelschnecken III: Mediterrane Helicidae

Verwendete Abkürzungen: B: Breite (des Gehäuses); H: Höhe; U: Zahl der Umgänge.

Erklärung der Schalenmerkmale zur Bestimmung.

Die Schnirkelschnecken (Helicidae) sind die nächsten Verwandten der Weinbergschnecke (Helix pomatia). Die Vertreter dieser Familie zeichnen sich durch ein meist kugelig geformtes, manchmal auch abgeflachtes, Gehäuse aus, das nur in einigen wenigen Fällen über Zähne im Mündungsbereich verfügt. Schnirkelschnecken besitzen nur einen Liebespfeil, der bei der meist wechselseitigen Paarung zum Einsatz kommt (vgl. Fortpflanzung der
Weinbergschnecke
).

Während das natürliche Verbreitungsgebiet der Familie heute die gesamte westliche Paläarktis (vgl. Faunenprovinzen) umfasst, geht man davon aus, dass das ursprüngliche Verbreitungszentrum der Schnirkelschnecken in Südeuropa und den Ländern rings um das Mittelmeer zu suchen ist.

Die Familie der Schnirkelschnecken wird in mehrere Unterfamilien eingeteilt, so die Unterfamilie Ariantinae mit der Baumschnecke (Arianta arbustorum) und ihren nächsten Verwandten, sowie die eigentlichen Schnirkelschnecken (Helicinae), zu denen unter anderem Weinbergschnecken, Bänderschnecken und ihre nächsten Verwandten gehören. Zu den eigentlichen Schnirkelschnecken gehören neben Helix pomatia auch noch eine größere Anzahl essbarer Schnecken, die zum Teil auch wirtschaftliche Bedeutung haben (vgl. Schneckenzucht).

Weinbergschnecke (Helix pomatia)
Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum)

Unterfamilie Ariantinae

Im Gegensatz zu den übrigen Schnirkelschnecken sind die Jungtiere der Unterfamilie Ariantinae manchmal behaart. Der Liebespfeil weist keine Krone auf und besitzt eine zweischneidige, lanzettförmige Klinge (siehe auch: Koene, J.M. 2005).

Koene, J.M. 2005. Love darts of land snails. Invertebrate Biology 124: 1 (PDF, 1537Kb).

Baumschnecke - Arianta arbustorum (Linnaeus 1758).


Baumschnecke (Arianta arbustorum). [RN]
 
   
Bild: Helmut Nisters.

Beschreibung: Die Baumschnecke hat ein kugeliges Gehäuse mit einem kegelförmig erhobenen Gewinde, das meist kastanienbraun gefärbt ist, strohgelbe Flecken und ein dunkles Band aufweist. Der Nabel ist meist vollständig vom Spindelumschlag der deutlichen weißen Mündungslippe verdeckt.

Arianta arbustorum ist eine der variabelsten Schneckenarten: Es gibt zahlreiche unterschiedliche geographische Rassen, Tal- und Bergformen. Ähnlich, wie bei den Bänderschnecken führte auch bei der Baumschnecke die Auslese durch Drosseln zu einer Verteilung unterschiedlich aussehender Gehäuse abhängig von Untergrund und Vegetation.

Bei der Kopulation wird aus dem Geschlechtsvorhof ein besonderes Reizorgan ausgestülpt.

Maße: B: 14 - 28 mm; H: 10 - 22 mm; U: 5 - 6.

Lebensraum und Verbreitung: Trotz ihres Namens kommt die Baumschnecke in Wäldern, wie in offenen Biotopen vor. Im Gebirge steigt sie bis auf 2700 m NN auf, sie bevorzugt feuchte Habitate. Die Art ist in Nordwest- und Mitteleuropa, einschließlich der Alpen und den Karpaten verbreitet. Von den spanischen Ostpyrenäen kommt sie bis nach Norwegen und Island vor. In Irland nur im Norden der Insel, im nördlichen Ostseegebiet kommt sie nur in Küstennähe vor. In zerstreuten Vorkommen ist die Baumschnecke im Osten bis in die Westukraine zu finden.

Steinpicker - Helicigona lapicida (Linnaeus 1758)

 
Steinpicker (Helicigona lapicida). [RN]

Beschreibung: Steinpicker besitzen ein charakteristisches linsenförmiges Gehäuse mit einem deutlich erkennbaren Kiel. Das Gehäuse hat eine graubraune Farbe mit verschwommenen rotbraunen Flecken. Die Mündung ist aufgrund der Gehäuseform sehr schief, mit flacher, weißer Mündungslippe. Der Mundsaum ist abgelöst und stark erweitert. Der Nabel ist weit und offen.

Die charakteristische Gehäuseform ermöglicht es der Schnecke, sich bei Trockenheit in Risse und Spalten in den Felsen und Baumstämmen, an denen sie lebt, zurück ziehen zu können.

Maße: B: 12 - 20 mm; H: 7 - 9mm; U: 5 ½.

Lebensraum und Verbreitung: Beschattete Felsen und Mauern (vor allem mit Efeu bewachsene), auch an Baumstämmen, besonders an Buche, Hainbuche und Bergahorn. Der Steinpicker ist vor allem im Hügelland und in Bergwäldern West- und Mitteleuropas verbreitet.

Er kommt von Mittelportugal bis Mittelskandinavien vor, ist in Großbritannien bis nach Südschottland verbreitet. In Südirland kommt die Schnecke als Relikt der nacheiszeitlichen Wärmezeit vor, in den Alpen nur nördlich des Hauptkamms, im Osten bis in den polnischen Jura und die Westkarpaten.

Einige Ariantinae:

Helicigona lapicida (16 mm) - Steinpicker Chilostoma cingulatum baldense (25 mm) - Felsenschnecke Isognomostoma isognomostomos (9 mm) - Maskenschnecke

Quelle: Helmut Nisters: The Rockers and Wallers.
   

Fortsetzung:

Teil 2: Unterfamilie Helicinae.
Teil 3: Mediterrane Schnirkelschnecken (Helicidae).