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Schnirkelschnecken III: Mediterrane Helicidae
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Verwendete Abkürzungen: B: Breite (des Gehäuses); H: Höhe; U: Zahl der Umgänge.
Erklärung der
Schalenmerkmale zur Bestimmung.
![]() Liebespfeil einer Weinbergschnecke (Helix pomatia). Bild: Peter Leonhardt. |
Im Gegensatz zu den Ariantinae gibt es bei den Helicinae, den eigentlichen Schnirkelschnecken, niemals behaarte Jugendformen. Der Liebespfeil (Bild rechts) weist in dieser Gruppe immer vier Schneiden auf und hat eine deutlich abgesetzte Krone. Zu den Helicinae gehören die nächsten Verwandten der Weinbergschnecke, unter diesen zahlreiche andere essbare Arten, von denen einige auch wirtschaftliche Bedeutung haben.
Koene,
J.M. 2005. Love darts of land snails. Invertebrate Biology 124: 1
(PDF,
1537Kb).
Besonders am Beispiel der Bänderschnecken (Cepaea) kann man die vielfältige Formenfülle erkennen, die durch die Auslese durch Schnecken fressende Drosseln verursacht wird.
Gartenbänderschnecke - Cepaea hortensis (O.F. Müller 1774)
![]() Links: Gartenbänderschnecke (Cepaea hortensis, li.) und gerippte Bänderschnecke (Cepaea vindobonensis, s.u.). Rechts: Gartenbänderschnecke (vorne) und Hainbänderschnecke (Cepaea nemoralis, s.u.) [RN] |
Beschreibung: Die Gartenbänderschnecke wird oftmals auch als weißmündige Bänderschnecke bezeichnet, da ihre Mündungslippe meist rein weiß ist. Das Gehäuse ist, typisch für eine Schnirkelschnecke, kugelig. Der Nabel ist vollständig vom Mundsaum verdeckt.
Die fingerförmigen Drüsen des Genitalapparates weisen jeweils 4 oder mehr Drüsenanhänge ("Finger") auf. Die Klingen des Liebespfeils von Cepaea hortensis sind gegabelt (siehe auch: Koene, J.M. 2005).
Maße: B: 14 - 20 mm; H: 10 - 17 mm; U: 5 - 5 ½.
Lebensraum und Verbreitung: Trotz ihres Namens kommt die Gartenbänderschnecke öfter in Wäldern vor, als die Hainbänderschnecke, im Gebirge bis in 2000 m NN Höhe. Sie ist in West- und Mitteleuropa weit verbreitet, von Nordostspanien über Frankreich und die Britischen Inseln bis nach Nordnorwegen und Südisland, im Osten bis in die Ostseeländer, die Westkarpaten, die Nord- und Südostalpen und die angrenzenden Karstländer.
Vorkommen in Nordamerika beruhen vielleicht auf einer Einführung durch den Menschen.
![]() Verschiedene Varianten der Hainbänderschnecke (Cepaea nemoralis). Links: Rosafarben ungebändert und gebändert. Mitte: Gelb und rosa, jeweils gebändert. Rechts: Drei Schattierungen Rot. Die linke Schnecke weist außerdem einen deutlich gelblichen Farbton auf. [RN] |
Hainbänderschnecke - Cepaea nemoralis (Linnaeus 1758) (Link)
![]() Fünfbändriges Exemplar der Hainbänderschnecke. [RN] |
Beschreibung: Die Hainbänderschnecke wird wegen ihrer normalerweise außen und innen dunkelbraunen Mündungslippe auch als Schwarzmündige Bänderschnecke bezeichnet. Der Nabel ist völlig vom Mundsaum verdeckt. Die fingerförmigen Drüsen des Genitalapparates weisen 3 oder weniger Drüsenanhänge ("Finger") auf. Die Klingen des Liebespfeils von Cepaea nemoralis sind ungegabelt.
Maße: B: 18 - 25 mm; H: 12 - 22 mm; U: 5 ½.
Lebensraum und Verbreitung: Die Hainbänderschnecke ist vor allem in Gebüschen und lichten Wäldern in den Ebenen und Mittelgebirgen West- und Mitteleuropas zu finden: Im Süden bis Südportugal, und Mittelspanien, durch die Südalpen bis Südwestungarn und Bosnien, und in Italien bis in die Basilicata im Süden; im Norden bis Südschweden, im Osten bis an die Oder. Das Verbreitungsgebiet erreicht Wien im Osten nicht.
Gerippte Bänderschnecke - Cepaea vindobonensis (A. Férussac 1821)
![]() Cepaea vindobonensis. [RN] |
Beschreibung: Die gerippte Bänderschnecke zeichnet sich durch ein Gehäuse mit einer regelmäßig gerippten Oberfläche aus. Die Mündungslippe ist hellbraun und verblasst, anders, als bei den zuvor beschriebenen Arten, zur Naht hin. Das Gehäuse ist allgemein weniger leuchtend, weißlich bis hellgelb gefärbt. Von den vier bis fünf dunklen Bändern sind nur die unteren kräftig gefärbt, die beiden oberen deutlich blasser.
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Gerippte Bänderschnecke (Cepaea vindobonensis) verbringt den Trockenschlaf an einem Halm hängend. [RN] |
Maße: B: 20 - 25 mm; H: 17 - 21 mm; U: 5 ½ - 6.
Lebensraum und Verbreitung: Die Schnecke kommt in lichten Gebüschen und im Gestrüpp, an Steppen- und Felshängen, in Ebenen und warmen Hügelländern vor.
Die Verbreitung dieser Art erstreckt sich über das gesamte Karpatengebiet, das östliche Alpengebiet, die Balkanhalbinsel bis nach Thessalien und das nördliche Schwarzmeergebiet, im Norden bis fast zur Ostsee.
Wörtlich bedeutet der wissenschaftliche Name: Die wienerische Bänderschnecke!
Fischer, W.: "Cepaea
vindobonensis".
Bergbänderschnecke - Cepaea sylvatica (Draparnaud 1801) NEU!
![]() Bergbänderschnecke (Cepaea sylvatica), im Trockenschlaf an einem Baum: Gorges de Court, Kanton Bern (Schweiz). [RN] |
Beschreibung: Vergleichen mit der gerippten Bänderschnecke ist die Bergbänderschnecke meistens deutlich gedrückter und kleiner. Das Gehäuse ist nur bei dieser Art unregelmäßig mit feinen Spirallinien gestreift. Die Bänder sind meist fleckig aufgelöst (Siehe besonders Bild rechts), das unterste ist schmal und ziemlich weit vom Nabel entfernt (Siehe Bild unten rechts). Die Mündungslippe der Bergbänderschnecke ist rosa bis hellbräunlich gefärbt (Siehe Bild unten links).
Maße: B: 18 - 25 mm; H: 12 - 16 mm; U: 5 - 6.
Lebensraum und Verbreitung: Die Bergbänderschnecke ist auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, sie bewohnt lichte Bergwälder, Felsen und Geröllhalden. Während sie selten unterhalb von 500 m NN anzutreffen ist, steigt sie im Wallis bis auf über 2700 m NN an.
Die Bergbänderschnecke ist über die französischen und Westschweizer Kalkalpen und den Jura (Siehe Bildbeschreibung rechts) verbreitet. Vereinzelt ist sie im Rheintal zwischen Schaffhausen und Karlsruhe anzutreffen, angesiedelt wurde sie bei Landsberg am Lech.
Quelle: Falkner, Fechter: "Weichtiere" (1990).
![]() Cepaea sylvatica. [RN] |
![]() Cepaea sylvatica. [RN] |
Zu den eigentlichen Schnirkelschnecken gehören neben den Bänderschnecken zahlreiche weitere Arten. Neben den Weinbergschnecken (Helix pomatia, Helix lucorum, Cornu aspersum etc.) sind dies auch andere große Landschnecken, wie die Levanteschnecken (Codringtonia), die Feldschnecken (Otala) und die Spanierschnecken (Iberus gualterianus). Kleinere Arten sind die Dünenschnecke (Theba pisana) und die Nudelschnecke (Eobania vermiculata).

Das europaweite
Bänderschneckenprojekt im Darwinjahr 2009
Teil 3: Mediterrane Schnirkelschnecken (Helicidae).
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Nudelschnecke (Eobania vermiculata).