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Hygromiidae in Österreich:
Systematische Aufstellung laut
Clecom.
Verwendete Abkürzungen: B: Breite (des Gehäuses); H: Höhe; U: Zahl der Umgänge.
Erklärung der
Schalenmerkmale zur Bestimmung.
![]() Kartäuserschnecke (Monacha cartusiana) |
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Beschreibung: Die Kartäuserschnecke besitzt ein milchig grauweißes bis gelblich weißes Gehäuse, dessen gewölbte Windungen zu einem flachen Kegel aufgewunden sind. In der Nähe der Mündung kann das Gehäuse braun oder rötlich gefärbt sein, durchscheinende schwach braune Bänder können sichtbar sein, die auf die Mündung zu verblassen. Der Nabel ist sehr eng und teilweise von der umgebogenen Lippe verdeckt.
Maße: B: 9 - 15 mm; H: 6 - 10 mm; U: 5 ½ - 6 ½.
Lebensraum und Verbreitung: Die Kartäuserschnecke bewohnt sonnige und trockene Gebüsche und Grashänge, Hecken und Straßenränder in niederen Lagen, oberhalb von 500 m NN ist sie selten. Ihre Verbreitung erstreckt sich über das gesamte europäische Mittelmeergebiet und das Schwarzmeergebiet, aus dem Westen von Frankreich bis Südostengland und die südlichen Niederlande, in Deutschland im Rheintal, im Osten bis nach Ungarn und zerstreut in die Slowakei und Ostösterreich. Die Art wurde oft verschleppt und kommt daher oft auch an isolierten Standorten vor.
Galerie:
Kartäuserschnecke (Monacha cartusiana).
Galerie:
Kartäuserschnecke (Monacha cartusiana) in Mainz
(Dort kommt die Art zusammen mit Helicella itala und vielleicht einer
Cernuella-Art vor.
Neben anderen Schneckenarten kann Monacha cartusiana als Zwischenwirt für den Kleinen Leberegel, Dicrocoelium lanceolatum, dienen.
![]() Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus) |
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Beschreibung: Der Name der Inkarnatschnecke rührt vom rötlich gefärbten Mündungsbereich ihres Gehäuses her. Dessen übrige Farbe hingegen ist weniger rötlich, meist gelblich hornfarben bis rötlichbraun. Die Oberfläche des Gehäuses ist fast glatt mit einer feinen Schüppchenstruktur. Das niedrig kegelförmig gewundene Gewinde verleiht dem Gehäuse eine gedrückte Kugelform. Die Mündungslippe ist beim erwachsenen Tier kräftig und am Unterrand schwellenartig verdickt. Der Nabel ist eng, aber offen und nur teilweise von der Mündungslippe verdeckt.
Maße: B: 13 - 16 mm; H: 9 - 11 mm.
Lebensraum und Verbreitung: Die Inkarnatschnecke ist eine Bodenschnecke, die in der Laubstreu mäßig feuchter Wälder, unter Gebüschen und in Felsgeröll lebt. Nur die Jungtiere kriechen in der Krautvegetation an Pflanzen empor. Das Verbreitungsgebiet der mitteleuropäisch verbreiteten Schnecke reicht im Westen bis nach Mittelfrankreich, im Süden von den Südalpen bis nach Bulgarien, im Osten bis in die westlichen Karpaten. In der Norddeutschen Tiefebene kommt die Art bis an die Oder vor, im Norden bis ins südliche Schweden.
Galerie:
Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus).
![]() Östliche Heideschnecke (Xerolenta obvia) |
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Beschreibung: Das Gehäuse der östlichen oder weißen Heideschnecke (Xerolenta obvia) ist weiß, mit fein gestreifter bis rippenstreifiger Oberfläche. Die Bänder sind dunkelbraun bis fast schwarz und oft fleckig aufgelöst. Der Mundsaum der wenig schiefen und gerundeten Mündung ist gerade und scharf. Der Nabel nimmt etwa ¼ des gesamten Durchmessers der Schale ein, mit dem letzten Umgang nimmt sein Durchmesser zu.
Maße: B: 14 - 20 mm; H: 7 - 10 mm; U: 5 - 6.
Lebensraum und Verbreitung: Die östliche Heideschnecke lebt in Steppen und auf trockenen Grashängen, verbringt oft in großer Anzahl den Trockenschlaf in der Vegetation. Die Verbreitung von Xerolenta obvia erstreckt sich von Kleinasien über die östliche und mittlere Balkanhalbinsel und die Karpatenländer bis zu Südküste der Ostsee und nach Südostfrankreich. Die Westgrenze der Verbreitung verläuft in Deutschland auf einer Linie zwischen Heidelberg und Lübeck.
Unterscheidung: Von der folgenden Art unterscheidet sich Xerolenta obvia durch ihren engeren Nabel und die breitere Endwindung, die nicht deutlich zur Mündung hin absinkt.
![]() Westliche Heideschnecke (Helicella itala) [RN] |
![]() Westliche Heideschnecke (Helicella itala) [RN] |
Beschreibung: Das Gehäuse der westlichen Heideschnecke (Helicella itala) gelblich gefärbt, mit blass braunen Bändern, die sich nicht so deutlich abzeichnen, wie bei der vorigen Art. Das Gewinde ist flach kegelförmig, die Mündung schief und quer oval. Seitlich und unten ist der Mundsaum erweitert. Der Nabel der Schale ist perspektivisch und nimmt etwa ein Drittel des Schalendurchmessers ein, er ist weiter als bei der vorigen Art.
Maße: B: 9 - 25 mm; H: 5 - 12 mm; U: 5½ - 6½.
Lebensraum und Verbreitung: Im Gegensatz zur östlichen Heideschnecke ist die westliche Heideschnecke feuchtigkeitsbedürftiger. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Westeuropa, im Norden bis nach Südskandinavien, im Osten bis Mitteldeutschland und das westliche Niederösterreich.
Unterscheidung: Die Sandheideschnecke ist deutlich kugeliger geformt, als die heimischen Heideschneckenarten. Helicella itala kann aber mit Cernuella neglecta verwechselt werden, die teilweise in den selben Lebensräumen in Deutschland vorkommt. Allerdings hat Helicella itala einen weiteren Nabel, eine flachere Oberseite und eine weniger runde Mündung.
Neben anderen Schneckenarten können Heideschneckenarten, wie Helicella itala als Zwischenwirt für den Kleinen Leberegel, Dicrocoelium lanceolatum, dienen.
![]() Sandheideschnecke (Cernuella virgata) |
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Beschreibung: Die Sandheideschnecke ist kugeliger als die zuvor beschriebene Art. Das Gewinde ist hoch und etwas gewölbt, die Oberfläche unregelmäßig rippenstreifig. Die Mündung ist kreisrund, der Nabel eng, oft von der im Spindelbereich umgeschlagenen Mündungslippe halb verdeckt. Farbe und Form der Schnecke sind sehr variabel: Das Gehäuse kann weißlich oder rötlich-gelb gefärbt sein, gewöhnlich mit dunkelbraunen Bändern, die unterbrochen oder in Flecken aufgelöst sein können.
Maße: B: 8 - 25 mm; H: 6 - 19 mm; U: 5 - 7.
Lebensraum und Verbreitung: Der Lebensraum der Sandheideschnecke sind Trockenbiotope, zum Beispiel in Küstennähe Dünenlandschaften. Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst das Mittelmeergebiet ohne die levantinischen Küsten, sowie die atlantischen Küsten bis zu den Niederlanden, einschließlich der Britischen Inseln.
Die dargestellten Exemplare stammen allerdings von einem Standort bei Breitenlee bei Wien, wo sie in einem verlassenen Bahngelände eingeschleppt wurden. Auch in Deutschland ist die Sandheideschnecke, etwa im Ruhrgebiet, auf Industriebrachen eingeschleppt worden.
Galerie:
Sandheideschnecke (Cernuella virgata).
![]() Gemeine Haarschnecke (Trichia hispida), rechts mit Strauchschnecke (Fruticicola fruticum). |
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Beschreibung: Die gemeine Haarschnecke besitzt ein gedrücktes Gehäuse, dessen Gewinde jedoch schwach erhoben bis flach-kegelig ist. Die Oberfläche ist fein gestreift und mit kurzen und dichten Haaren besetzt. Die Mündung ist unten abgeflacht und weist eine schwellenartige Lippe auf. Der Nabel ist offen und weit.
Maße: B: 5 - 12 mm; H: 5 - 6 mm; U: 6 - 7.
Lebensraum und Verbreitung: Die gemeine Haarschnecke tritt in lichten Wäldern auf, an Gebüschen und in Kulturbiotopen, vorzugsweise an Brennnesseln.
Die Art ist in ganz Europa, mit Ausnahme der südlichen Halbinseln, verbreitet.
Anmerkung: Die namengebenden Haare auf den Gehäusen dieser Gattung, die auch z.B. bei jungen Riemenschnecken (Helicodonta) auftreten, dienen nach der Arbeit von Markus Pfenninger et al.: "Why snails have hairs" den Tieren dabei, auf den feuchten Blättern ihrer Futterpflanzen einen besseren Halt zu finden.
Hygromiidae in Österreich:
Systematische Aufstellung laut
Clecom.
Strauchschnecken (Bradybaenidae):
Mit den Laubschnecken weitläufig verwandt, werden die Strauchschnecken mit ihnen
und den Schnirkelschnecken (Helicidae) zur
Überfamilie der Schnirkelschnecken i.w.S. (Helicoidea) zusammen gefasst