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Laubschnecken (Hygromiidae) Teil 1

Laubschnecken (Hygromiidae) Teil 1   Laubschnecken (Hygromiidae) Teil 2

 

  Laubschnecken (Hygromiidae) Teil 3

Die Laubschnecken (Hygromiidae) sind eine sehr vielseitige Familie von Landlungenschnecken (Stylommatophora), die bei manchen, vor allem älteren, Autoren noch als Unterfamilie der Schnirkelschnecken (Helicidae) dargestellt wird. Laubschnecken sind klein bis mittelgroß, also im Allgemeinen etwas kleiner als Schnirkelschnecken. Bei vielen in der Laubstreu und an Bäumen lebenden Arten herrschen bräunliche Gehäusefarben vor, bei den trockenheitsliebenden (xerophilen) Heideschnecken sind die Gehäuse eher weiß mit dunkler Bänderung. Ebenso sind die Gehäuse bei Arten feuchter Standorte eher dünnschalig und oft behaart, bei den xerophilen Arten aber dickschalig und unbehaart. Ein Liebespfeil kommt bei zahlreichen Arten vor, aber keineswegs bei allen.

 
Eine Laubschnecke, wie man sie kennt: Gemeine Haarschnecke
(Trochulus hispidus). Bild: Stefan Haller (schneckenfoto.ch).

Man geht davon aus, dass in Europa ungefähr 50 Arten vorkommen. Die Familie ist insgesamt aber paläarktisch verbreitet: Von den Azoren und den Kanarischen Inseln über Europa und Nordafrika bis nach Zentralasien kommen Arten vor.

Systematisch ist im Bereich der Laubschnecken noch vieles unklar. Besonders über die Klassifizierung von Teilgruppen als Unterfamilien oder sog. Tribus (zwischen Unterfamilie und Gattung) herrscht nicht unbedingt immer Einigkeit.

Zu den Hygromiidae gehören nach den meisten systematischen Quellen (Mollbase, Fauna Europaea u. a.) fünf Unterfamilien: Hygromiinae, Ciliellinae, Geomitrinae, Monachinae und Ponentininae. Laut Steinke et al. (2004) sollen auch die Helicellinae als Unterfamilie angesehen werden, diese erscheinen aber in allen anderen systematischen Quellen als Untergruppen (Tribus Helicellini und separate Gattungen 'incertae sedis') der Hygromiinae.

  Steinke, D.; Albrecht, C.; Pfenninger, M. (2004): Molecular phylogeny and character evolution in the Western Palaearctic Helicidae s.l. (Gastropoda: Stylommatophora). Molecular Phylogenetics and Evolution, 32: 724 - 734
 
  Hygromiidae in Österreich: Systematische Aufstellung laut CLECOM.

Systematik

Klasse: Gastropoda
Unterklasse: Pulmonata
Überordnung: Eupulmonata
Ordnung: Stylommatophora
Unterordnung: Sigmurethra
Infraordnung: Arionoinei
Überfamilie: Helicoidea
Familie: Hygromiidae Tryon 1866

Quelle: Mollbase auf http://www.mollbase.de/list/.

Familie: Hygromiidae
Unterfamilie: Hygromiinae
Tribus: Hygromiini - Hygromia, Cernuella
Tribus: Trichiini - Trochulus, Petasina
Tribus: Leptaxini - Monachoides
Tribus: Helicellini - Helicella
incertae sedis - Xerolenta u.a.
Unterfamilie: Monachinae
Tribus: Euomphaliini - Euomphalia
Tribus: Monachini - Monacha
Unterfamilie: Ciliellinae
Unterfamilie: Geomitrinae
Unterfamilie: Ponentininae

Gattungen wurden nur aufgeführt, soweit sie hier beschrieben werden.
Vollständige Aufstellung auf: Fauna Europaea: Hygromiidae Tryon 1866.

Erklärung der Schalenmerkmale zur Bestimmung.

Kartäuserschnecke, Monacha cartusiana (O. F. Müller 1774)


Kartäuserschnecke (Monacha cartusiana)
 
Bild: Robert Nordsieck.
 

Beschreibung: Die Kartäuserschnecke besitzt ein milchig grauweißes bis gelblich weißes Gehäuse, dessen Gewinde einen flachen Kegel bildet. In der Nähe der Mündung kann das Gehäuse braun oder rötlich gefärbt sein, durchscheinende schwach braune Bänder können sichtbar sein, die auf die Mündung zu verblassen. Der Nabel ist sehr eng und teilweise von der umgebogenen Lippe verdeckt.

Maße: B: 9 - 15 mm; H: 6 - 10 mm; U: 5 ½ - 6 ½. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Die Kartäuserschnecke bewohnt sonnige und trockene Gebüsche und Grashänge, Hecken und Straßenränder in niederen Lagen, oberhalb von 500 m NN ist sie selten. Ihre Verbreitung erstreckt sich über das gesamte europäische Mittelmeergebiet und das Schwarzmeergebiet, aus dem Westen von Frankreich bis Südostengland und die südlichen Niederlande, in Deutschland im Rheintal, im Osten bis nach Ungarn und zerstreut in die Slowakei und Ostösterreich. Die Art wurde oft verschleppt und kommt daher oft auch an isolierten Standorten vor.

Galerie: Kartäuserschnecke (Monacha cartusiana).

Neben anderen Schneckenarten kann Monacha cartusiana als Zwischenwirt für den Kleinen Leberegel, Dicrocoelium lanceolatum, dienen.

Große Kartäuserschnecke - Monacha cantiana (Montagu 1803)


Große Kartäuserschnecke (Monacha cantiana).
Bilder: Brian Eversham (Quelle).
 
   
 
 
Eigenschaft Monacha cantiana Monacha cartusiana
Größe variabel: 10 - 20 mm sehr variabel: 6 - 18 mm
Mündungslippe cremeweiß oder bräunlich braun (ausgewachsen)
Mündung Innenseite weiß oder rötlich weiß
Umbilicus weiter und offen eng, zum Teil verdeckt
Tabelle: Monacha cantiana und Monacha cartusiana im Vergleich.
Aus:
Hlaváč, Peltanová (2010).

Beschreibung: Die Große Kartäuserschnecke oder auch Kentische Schnecke hat ein cremeweißes bis braunrotes Gehäuse, das bei Jungtieren auf der Oberseite behaart sein kann. Die Umgänge sind etwas gerundet, das Gewinde kann flach oder fast kegelförmig sein. Die Mündung weist eine weißliche bis rötliche Mündungslippe auf, die aber deutlich weniger auffallend ist, als bei Monacha cartusiana. Der Nabel (Umbilicus) ist etwas weiter als bei Monacha cartusiana (s. u.), er nimmt etwa ein Elftel bis ein Siebtel des Gehäusedurchmessers ein.

Die Schnecke selbst ist hell gefärbt, der Vorderteil des Körpers ist rötlich mit graubraunen Fühlern. Das Tier kriecht langsam, ist leicht schreckhaft und sondert dann einen farblosen Schleim ab.

Maße: B: 16 - 20; H: 11 - 14 mm; U: 5 - 6. Information: Abkürzungen

 
Monacha cantiana und Monacha cartusiana im Vergleich.
Bild: © Vollrath Wiese (Haus der Natur), Cismar.

Lebensraum und Verbreitung: Die Große Kartäuserschnecke lebt in der Krautschicht von Hecken, im Brachland und im Gebüsch. Man findet die Große Kartäuserschnecke auch am Straßenrand und an Eisenbahndämmen, selbst in Sanddünen kommt sie vor, allerdings ist sie nicht an waldigen Standorten zu finden. Monacha cantiana bevorzugt gut entwässerte kalkreiche Böden. Besonders Jungtiere verbringen oft lange Zeit im Trockenschlaf in der Höhe an Pflanzen hängend.

Ursprünglich stammt die Große Kartäuserschnecke aus Italien und Südfrankreich. Von dort wurde sie in Nordfrankreich, in Belgien, den Niederlanden und Norddeutschland, sowie im Osten Österreichs um Wien angesiedelt. In jüngster Zeit ist die Große Kartäuserschnecke als Neozoon auch in Tschechien aufgetaucht. Neu angesiedelte Populationen treten vor allem in neu angepflanzter Straßenrand- und Bahndammvegetation auf, da sie dort mit den Pflanzen eingeführt werden. Ähnlich, wie die Sandheideschnecke (Cernuella virgata, s. u.) ist Monacha cantiana auch auf von Ruderal-Vegetation überwachsenem aufgelassenem Bahngelände zu finden.

In Großbritannien, von wo die Kentische Schnecke zum ersten Mal beschrieben wurde (s. u.), wurde sie während der späten Römerzeit von Bauern eingeschleppt. Besonders im Mittelalter fand die größte Ausbreitung statt, so dass die Kentische Schnecke in einem Gebiet in Süd- und Ostengland fast geschlossen vorkommt. Isolierte Vorkommen gibt es außerdem in Wales, im westlichen Mittelengland, sowie in Nordengland (Yorkshire) und Schottland. In Irland konnte sich die Schnecke nicht halten.

Bedrohungssituation: In Niedersachsen und zeitweilig in ganz Deutschland ist die Große Kartäuserschnecke, aufgrund ihres zerstreuten Vorkommens, vom Aussterben bedroht. ( Gefährdungskategorien gemäß Roter Liste).

  Francisco Welter-Schultes: Monacha cantiana species homepage.
 
   

Fischer, W. (1998): Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna Österreichs V. Zum Vorkommen von Monacha cantiana (Montagu 1803) in Wien und Niederösterreich. - Nachr.bl. erste Vorarlberger malak. Ges. 6: 29 - 30.

 

Fischer, W., Duda, M. (2004): Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna Österreichs VII. Cernuella virgata (Da Costa 1778), neu für die Molluskenfauna Wiens, sowie Bemerkungen zur Ausbreitung von Monacha cantiana (Montagu 1803), Cernuella neglecta (Draparnaud 1805), Hygromia cinctella (Draparnaud 1801) und Cornu aspersum (O. F. Müller 1774) in Niederösterreich und Wien (Mollusca: Gastropoda) - Nachr.bl. erste Vorarlberger malak. Ges. 12: 10 - 14 (PDF).

  Hlaváč, J. Č.; Peltanová, A. (2010): First occurrence of the Kentish Snail Monacha cantiana (Mollusca: Gastropoda: Hygromiidae) in the Czech Republic - Malacologica Bohemoslovaca 9: 11 – 15 (PDF).
  Wiese, V. (2009): Korrektur: Noch kein Nachweis von Monacha cantiana (Montagu 1803) in Thüringen (Gastropoda: Stylommatophora: Hygromiidae). - Mitt. dtsch. malakozool. Ges. 81 31-32 (PDF).

Inkarnatschnecke,  Monachoides incarnatus (O. F. Müller 1774)

 
Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus)
  Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus)
Bild: Robert Nordsieck.

Monachoides incarnatus. Bild: Helmut Nisters.
 

Beschreibung: Der Name der Inkarnatschnecke rührt vom rötlich gefärbten Mündungsbereich ihres Gehäuses her. Dessen übrige Farbe hingegen ist weniger rötlich, meist gelblich hornfarben bis rötlichbraun. Die Oberfläche des Gehäuses ist fast glatt mit einer feinen Schüppchenstruktur. Das niedrig kegelförmig gewundene Gewinde verleiht dem Gehäuse eine gedrückte Kugelform. Die Mündungslippe ist beim erwachsenen Tier kräftig und am Unterrand schwellenartig verdickt. Der Nabel ist eng, aber offen und nur teilweise von der Mündungslippe verdeckt.

Maße: B: 13 - 16 mm; H: 9 - 11 mm. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Die Inkarnatschnecke ist eine Bodenschnecke, die in der Laubstreu mäßig feuchter Wälder, unter Gebüschen und in Felsgeröll lebt. Nur die Jungtiere kriechen in der Krautvegetation an Pflanzen empor.

Das Verbreitungsgebiet der mitteleuropäisch verbreiteten Schnecke reicht im Westen bis nach Mittelfrankreich, im Süden von den Südalpen bis nach Bulgarien, im Osten bis in die westlichen Karpaten. In der Norddeutschen Tiefebene kommt die Art bis an die Oder vor, im Norden bis ins südliche Schweden. Im Südosten Englands wurde die Inkarnatschnecke in prähistorischer Zeit von Bauern eingeschleppt.

Bedrohungssituation: Aufgrund der Veränderung der Landwirtschaft in Großbritannien ist die Inkarnatschnecke im Südosten Englands seit Ende des 19. Jahrhunderts stark zurück gegangen. Die meisten überlebenden Populationen werden als bedroht betrachtet. der Nordschweiz ist die Inkarnatschnecke gefährdet, in der übrigen Schweiz wenig gefährdet. In England ist die Art selten (vgl. Gefährdungskategorien gemäß Roter Liste).

Galerie: Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus).

Zweizähnige Laubschnecke - Perforatella bidentata (Gmelin 1791)


Zweizähnige Laubschnecke (Perforatella bidentata) aus Rumä-
nien. Bild: © Alexander Mrkvicka, Wien (mrkvicka.at).
 

Beschreibung: Das Gehäuse der Zweizähnigen Laubschnecke ist matt blass braun gefärbt und trägt meist ein weißliches Band in der Mitte des äußersten Umgangs. Die Oberfläche des Gehäuses ist regelmäßig und deutlich gestreift. Die Umgänge des Gehäuses sind eng gewunden und gerundet, die Naht zwischen den Umgängen ist flach. Die Gehäuseoberseite mit dem Gewinde ist kegelförmig erhoben, im Gegensatz dazu ist die Unterseite eher rundlich geformt. Die Gehäusemündung ist kantig, der Mundsaum umgefaltet. Auf der Ober- und Unterseite ist die Mündung abgeflacht. Die weißliche Mündungslippe weist an der Unterseite zwei Zähne auf. Der Nabel (Umbilicus) des Gehäuses ist sehr klein und meist von der umgefalteten Mündungslippe verdeckt.

Von der Zahnlosen Haarschnecke (Petasina edentula) unterscheidet sich die Zweizähnige Laubschnecke durch ihre beiden Mündungszähne und durch ihr mehr kegelförmiges Gewinde.

 
Zweizähnige Laubschnecke (Perforatella bidentata).
Bild: © Vollrath Wiese (Haus der Natur), Cismar.

Maße: H: 5 - 7 mm; B: 6,5 - 9 mm; U: 7 - 8. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Die Zweizähnige Laubschnecke lebt in sehr feuchten ursprünglichen Mischwäldern und Erlenbrüchen am Boden, in der Laubstreu und an Totholz. Die Art meidet menschlich beeinflusste Standorte. In Schleswig-Holstein kommt sie z.B. vorwiegend im östlichen Hügelland vor, im Westen nur vereinzelt, auf Kalkgrund.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Deutschland bis nach Schweden und die russische Region St. Petersburg bis Nowgorod, im Südosten bis in Wolgabecken und die östliche Ukraine (Charkow), sowie Rumänien.

Bedrohungssituation: In Deutschland ist die Zweizähnige Laubschnecke als gefährdet eingestuft (vgl. Gefährdungskategorien gemäß Roter Liste).

Links

Francisco Welter-Schultes: Perforatella bidentata species homepage.
Molluscs of Central Europe: Zweizähnige Laubschnecke (Perforatella bidentata).
Vollrath Wiese: Verbreitungsatlas Schleswig-Holstein: Zweizähnige Laubschnecke (Perforatella bidentata).

Literatur

Grossu, A. V. (1983): Gastropoda Romaniae 4: Ordo Stylommatophora, Suprafam.: Arionacea, Zonitacea, Ariophantacea şi Helicacea. Bucureşti 1983, p. 447 ff.

Östliche oder Weiße Heideschnecke, Xerolenta obvia (Menke 1828)


Östliche Heideschnecke (Xerolenta obvia).
Bild: Martina Eleveld.
  Östliche Heideschnecke (Xerolenta obvia)
Bild: Robert Nordsieck.
 
 
Verbreitungsgebiete der westlichen (gelb) und östlichen (rot)
Heideschnecke. Orange: Überlappendes Verbreitungsgebiet.
Quelle: Kerney et al. (1983). Bild: Robert Nordsieck.

Beschreibung: Das Gehäuse der östlichen oder weißen Heideschnecke (Xerolenta obvia) ist weiß, mit fein gestreifter bis rippenstreifiger Oberfläche. Die Bänder sind dunkelbraun bis fast schwarz und oft fleckig aufgelöst. Der Mundsaum der wenig schiefen und gerundeten Mündung ist gerade und scharf. Der Nabel nimmt etwa ¼ des gesamten Durchmessers der Schale ein, mit dem letzten Umgang nimmt sein Durchmesser zu.

Maße: B: 14 - 20 mm; H: 7 - 10 mm; U: 5 - 6. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Die östliche Heideschnecke lebt in Steppen und auf trockenen Grashängen, verbringt oft in großer Anzahl den Trockenschlaf in der Vegetation. Die Verbreitung von Xerolenta obvia erstreckt sich von Kleinasien über die östliche und mittlere Balkanhalbinsel und die Karpatenländer bis zu Südküste der Ostsee und nach Südostfrankreich. Die Westgrenze der Verbreitung verläuft in Deutschland auf einer Linie zwischen Heidelberg und Lübeck.

Wie auch andere Landschneckenarten ist auch die Weiße Heideschnecke ein wichtiger Zeigerorganismus für die Qualität ihres Lebensraums. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Schnecken immer viel Feuchtigkeit brauchen, legen gerade die Heideschnecken Wert auf Trockenheit und Sonnenschein. Die Heideschnecken leiden daher unter der Zunahme von Busch- und Baumgesellschaften in ihren herkömmlichen Trockenlebensräumen. Im entstehenden kühleren Mikroklima können die Schnecken nicht überleben und sterben aus.

Nationalpark Donauauen - Weiße Heideschnecke, Östliche Heideschnecke (Xerolenta obvia).

Unterscheidung: Von der folgenden Art unterscheidet sich Xerolenta obvia durch ihren engeren Nabel und die breitere Endwindung, die nicht deutlich zur Mündung hin absinkt.

Westliche Heideschnecke, Helicella itala (Linnaeus 1758)


Westliche Heideschnecke (Helicella itala) aus der Schweiz.
Bild: © Stefan Haller, (schneckenfoto.ch).
 
 
Westliche Heideschnecke (Helicella itala) Bild: Robert Nordsieck.

Beschreibung: Das Gehäuse der westlichen Heideschnecke (Helicella itala) gelblich gefärbt, mit blass braunen Bändern, die sich nicht so deutlich abzeichnen, wie bei der vorigen Art. Das Gewinde ist flach kegelförmig, die Mündung schief und quer oval. Seitlich und unten ist der Mundsaum erweitert. Der Nabel der Schale ist perspektivisch und nimmt etwa ein Drittel des Schalendurchmessers ein, er ist weiter als bei der vorigen Art.

Maße: B: 9 - 25 mm; H: 5 - 12 mm; U: 5½ - 6½. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Im Gegensatz zur östlichen Heideschnecke ist die westliche Heideschnecke feuchtigkeitsbedürftiger. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Westeuropa, im Norden bis nach Südskandinavien, im Osten bis Mitteldeutschland und das westliche Niederösterreich.

Unterscheidung: Die Sandheideschnecke ist deutlich kugeliger geformt, als die heimischen Heideschneckenarten. Helicella itala kann aber mit Cernuella neglecta verwechselt werden, die teilweise in den selben Lebensräumen in Deutschland vorkommt. Allerdings hat Helicella itala einen weiteren Nabel, eine flachere Oberseite und eine weniger runde Mündung.

Neben anderen Schneckenarten können Heideschneckenarten, wie Helicella itala als Zwischenwirt für den Kleinen Leberegel, Dicrocoelium lanceolatum, dienen.

Sandheideschnecke, Cernuella virgata (Da Costa 1778)

  Sandheideschnecke (Cernuella virgata)
Sandheideschnecke (Cernuella virgata)
  Sandheideschnecke (Cernuella virgata)
Bild: Robert Nordsieck.

Beschreibung: Die Sandheideschnecke ist kugeliger als die zuvor beschriebene Art. Das Gewinde ist hoch und etwas gewölbt, die Oberfläche unregelmäßig rippenstreifig. Die Mündung ist kreisrund, der Nabel eng, oft von der im Spindelbereich umgeschlagenen Mündungslippe halb verdeckt. Farbe und Form der Schnecke sind sehr variabel: Das Gehäuse kann weißlich oder rötlich-gelb gefärbt sein, gewöhnlich mit dunkelbraunen Bändern, die unterbrochen oder in Flecken aufgelöst sein können.

Maße: B: 8 - 25 mm; H: 6 - 19 mm; U: 5 - 7. Information: Abkürzungen

Lebensraum und Verbreitung: Der Lebensraum der Sandheideschnecke sind Trockenbiotope, zum Beispiel in Küstennähe Dünenlandschaften. Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst das Mittelmeergebiet ohne die levantinischen Küsten, sowie die atlantischen Küsten bis zu den Niederlanden, einschließlich der Britischen Inseln.

Im größten Teil ihres Verbreitungsgebietes ist die Sandheideschnecke sehr häufig. Möglichweise wurde sie zur Römerzeit in Britannien eingeschleppt, wo sie auf gut entwässerten Kalkböden lebt. Während sie im Süden und Osten Englands weit verbreitet und häufig ist, ist sie erst in jüngerer Zeit in Nordbritannien und in Irland (außer in der Gegend um Dublin) eingewandert, wo sie sich laufend weiter ausbreitet.

Die dargestellten Exemplare stammen allerdings von einem Standort bei Breitenlee bei Wien, wo sie in einem aufgelassenen Bahngelände (Ruderalfläche) eingeschleppt wurden. Auch in Deutschland ist die Sandheideschnecke, etwa im Ruhrgebiet und in Schleswig-Holstein, auf Industriebrachen eingeschleppt worden.

  Galerie: Sandheideschnecke (Cernuella virgata)
 
  Fischer, W., Duda, M. (2004): Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna Österreichs VII. (s. o.) - Nachr.bl. erste Vorarlberger malak. Ges. 12: 10 - 14 (PDF).

Fortsetzung: Laubschnecken (Hygromiidae) Teil 2: Haarschnecken
Fortsetzung: Laubschnecken (Hygromiidae) Teil 3: Laubschnecken, Wimperschnecke.
 


Mit Bildern von Stefan Haller:
http://www.schneckenfoto.ch.


Wildlife Trust for Bedfordshire, Cambridgeshire, Northamptonshire and Peterborough
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